Willkommen beim Kirchenchor Steinen!

Nächste Auftritte und Anlässe

Sonntag, 16.12.2018, 3. Adventssonntag

9.15 Uhr Gottesdienst, Pfarrkirche Steinen

„S'Gaudi ha" und der dritte Adventssonntag

Im Hauptgottesdienst vom Sonntag um 9.15 Uhr in der Pfarrkirche Steinen singt die verstärkte Choralschola (Choralgruppe) des Kirchenchors Steinen, unter der Leitung von Peter Fröhlich, Seewen, die Psalmen zum dritten Adventssonntag, dem Gaudete-Sonntag. Gaudete heisst vom Lateinischen übersetzt „Freuet euch". Vom kirchlichen Sprachgebrauch auf den weltlichen Dialekt übergeleitet ist damit auch klar, woher der bekannte Ausdruck „s'Gaudi ha" ursprünglich stammen dürfte.

Die Choralschola besteht aus reinen Männerstimmen, so wie es von der uralten Tradition vorgegeben wird. Die Gruppe wird die entsprechenden Gesänge des Gaudetesonntags vortragen. Zum Kyrie, Credo, Sanctus und Agnus Dei aus der ersten Choralmesse sind alle Gottesdienstbesucher (das „Volk") herzlich zum orgelbegleiteten Mitsingen eingeladen.


100 Jahre Kirchenchor Steinen – und erst der dritte Dirigent

Kurzbericht Unterhaltungsabend vom 1. Dezember 2018

Mit dem weltlichen Festakt schloss der jubilierende Kirchenchor Steinen am Samstag, 1. Dezember vor vollem Hause seinen 100. Geburtstag ab. Die wunderschön dekorierte Aula, der gediegene Apéro, das feine Bankettessen, die mit viel Humor und Tiefsinnigkeit dargebotenen Festansprachen der Behörden und des Vereinspräsidiums, der erste Showblock mit dem Kirchenchor, der zweite Showblock mit Reto & Dominique, und schliesslich das gemeinsame Schlussbouquet mit dem Kirchenchor und Reto & Dominique reihten sich nahtlos in einer im Saal spürbaren Herzlichkeit aneinander und vermochten dem Motto „Mit Freude und Elan ins zweite Jahrhundert“ vollauf gerecht zu werden.

Beim gediegenenApéro, begleitet von feiner Live Musik des Duos „Feiner SteinStaub“, begrüssten sich die aktiven und ehemaligen Chormitglieder, begleitet von ihren Verwandten, Freunden und Bekannten, im Weiteren die Geistlichkeit und die Behördenvertreter. Bereits ergaben sich erste überraschende Begegnungen. Beim feinen Nachtessen fand ein reger Austausch untereinander statt. Die Kirchenratspräsidentin Theres Schilter schritt als erste zum Rednerpult. Mit einem schlichten, persönlichen Gedicht überbrachte sie die Grüsse des Kirchenrates. Der Gemeindepräsident Robert Schuler doppelte gleich nach. Zur Überraschung der Meisten gab er bekannt, dass er vor rund 25 Jahren selbst einmal zu Weihnachten und Ostern im Kirchenchor mitgesungen hat, aus zeitlichen Gründen aber schweren Herzens dem Verein nicht beigetreten sei. Und schmunzelnd meinte er, dass es ihm im Hauptgottesdienst nicht etwa wegen dem Kirchenchor, sondern wegen dem Weihrauch ab und zu schlecht geworden sei. Mit den besinnlichen Worten von René Kost, welcher zusammen mit Regula Annen das Co-Präsidium des Vereins innehat und das OK leitete, schloss sich der Kreis der Ansprachen. Er schaue in der Regel zwar lieber in die Gegenwart und Zukunft, so die Aussage von René Kost, doch der Dank, den richte er sehr gerne auch zurück in die Vergangenheit: an die bisherigen drei Dirigenten bzw. Dirigentin in der Vereinsgeschichte, an denChor, an die Kirchgemeinde , an die Gemeinde und an den Herrgott.

Der erste Showblock

Die Bühne war frei für den ersten Showblock, eingebettet in eine perfekte Lichtshow. Der Kirchenchor begrüsste die Gästeschar mit einem feinen Schlagerpotpourri, arrangiert und teilweise umgetextet von der Chorleiterin Margret Käser. So ertönte jetzt innerhalb des Potpourris nicht das bekannte Lied „Ich bin der Anton aus Tirol“, sondern aktualisiert „Wir sind der Steiner Kirchenchor“. Die zweite Darbietung beinhaltete den „Stammtisch“, gehört dieser doch nach jeder Probe und Aufführung seit der Präsidialzeit von alt Posthalter Andres Müller sel. Mitte der 70-er Jahre unweigerlich dazu. Da wird jeweils auf die Geburtstage der 38 Aktivmitglieder angestossen, zum Vortragen gekonnter Solostücke oder des gemeinsamen Gesangs ermuntert, und selbstverständlich die neuesten oder zumindest besten alten Witze erzählt. Eine schauspielerische Höchstleistung vollbrachten Margrit Schuler-Schibig und René Kost. Sie wären doch sooo gerne als Solisten im Kirchenchor aufgetreten, doch dieses blieb ihnen immer verwehrt. Aber heute, jetzt, da hat ihre Stunde geschlagen. Brust raus – Bauch rein, mit einer perfekten Playback-Show inszenierten sie „Die Königin der Nacht“, und als frenetisch herausgeklatschte Zugabe die „Die Musikdose“. Und zum Abschluss des ersten Blocks erzählte und besang AgnesTrütsch-Schuler die Geschichte „vo’s Klüsers Rosmarie“ aus dem Schächental, bzw.„Alperose, Edelwys, chened gää was er wend …“, virtuos begleitet am Klavier von Yvonne Reichmuth.

 

Der zweite Showblock mit dem krönenden Abschluss

An seinem 100. Geburtstag wollte der Kirchenchor jedoch nicht nur „arbeiten“, sondern auch geniessen. Dies konnte er während des zweiten Showblocks mit Reto & Dominique, die beiden von der Fernsehshow „Die besten Schweizertalente“ bekannt gewordenen Künstler. Passend zur unmittelbaren Nachgründungszeit singt Reto bekannte Schlagerlieder aus den 20-er und 30-er Jahren, Dominique begleitet ihn am Klavier. Finden im Fernsehen nur schon die Lieder Beachtung und Bewunderung, so wird die Live-Aufführung durch ausgesprochen gute Mimik und die durchdachten, mit viel Humor gespickten Ansagen zwischen den einzelnen Liedern zu einem wahren Feuerwerk musikalischer Darbietung. Mit ihrem Auftritt konnten sie die ohnehin weit geöffneten Herzen der Zuschauer noch weiter öffnen. Zum Abschluss forderte Reto den Kirchenchor „völlig ungeplant“ auf, nochmals auf die Bühne zu kommen. Und so ertönte das Schlussbouquet „Irgendwo auf der Welt“ gemeinsam mit Reto & Dominique und dem Kirchenchor. Der Abschluss des Refrains „Irgendwo – irgendwie – irgendwann“ lässt zwar viele Rätsel offen, drückt aber gleichzeitig viel Hoffnung aus. Und so darf der Kirchenchor die Hoffnung durchschimmern lassen, dass der Chor auch die nächsten 100 Jahre so funktionieren wird wie bisher, nämlich in einem familiären und toleranten Geist das Gute zu pflegen und zu bewahren, und gleichzeitig offen sein für Neues. 


Besonderheiten und Episoden aus der Vereinsgeschichte

 

Der Kirchenchor Steinen wurde im Jahre 1918 gegründet, war seither immer aktiv und hat in seinen 100 Jahren rekordverdächtig nur 3 Dirigenten gehabt:

 

 1918 – 1961: Lehrer Josef Rickenbacher sel. („Chrümpisser“), Vater des Künstlers Josef Rickenbacher sel., Steinen

 1961 – 2015: Otto Tschümperlin, Schwyz, er hat mit insgesamt 54 Jahren mehr als die Hälfte des Vereinslebens den Chor geleitet.

2015 – heute: Margret Käser, Koppigen / Schwyz

 

Dem Kirchenchor Steinen haben in den vergangenen 100 Jahren insgesamt 311 Sängerinnen und Sänger angehört, nämlich 38 aktive, 102 ehemalige und 171 verstorbene Mitglieder.

 

Erste Frau als Präsidentin des Kirchenchors: 1993 - 1997 Marie Auf der Maur-Muheim. Sie ist heute mit 66 Mitgliedsjahren das amtsälteste Mitglied.

Es dauerte jedoch bis ins Jahr 2004, ehe der erste Mann zum Aktuar gewählt wurde. 

 

Im Kriegsjahr 1941, zur Zeit der Treibstoffrationierung, führte die Vereinsreise über den Klausenpass.

Zitat aus dem damaligen Reisebericht:

„Dieses Jahr wagten wir wieder auszufliegen, trotz Krieg und Benzinmangel mit einem wundervollen Autobus mit Radio und Lautsprecher. …. Ziemlich ruhig verlief die Fahrt bis nach Flüelen, wo unser Reiseführer per Telefon das Mittagessen bestellte, und der Chauffeur den Wagen frisch mit Holz versah.“

Vereinsreisen, Radio und Lautsprecher sind geblieben und haben sich weiterentwickelt, die Holzvergaser-Motoren sind (fast?) gänzlich verschwunden.

 

Eine Episode, die den Wandel der Zeit aufzuzeigen vermag: Otto Tschümperlin, der junge Dirigent zu Beginn der 60-er Jahre und noch ohne Auto, sollte von Alois Schibig sel. mit seinem „Messerschmitt“ (dreirädriger Doppel- bis Dreiplätzer mit Glaskuppel) zur Chorprobe abgeholt werden, was durch die grosse Schneemenge verunmöglicht wurde. Kurzerhand sattelte Otto sein Pferd, ritt von Schwyz durchs Chämiloch nach Steinen, band das Pferd in Beffa David's Stall (heute Husmatt), leitete die Probe, und ritt wieder heim. So einfach war das damals.

 

Während einer Chorprobe in jüngerer Zeit ging plötzlich das Licht aus, alle verstummten. Was ist los, Stromausfall? Nein, in den umliegenden Häusern brannte das Licht. Ein Blick ausdem geöffneten Fenster brachte Klarheit: „Uuf tue“, tönte es von unten herauf.Die Türe für den verspätet eingetroffener Sänger war nämlich per Automatbereits verschlossen. Mit dem fachmännischen Kappen der Stromzufuhr machte dervor verschlossener Tür stehende Sänger auf sich aufmerksam. „Ich ha doch au nuwölle gu probe“, so seine einleuchtende Begründung für sein aussergewöhnliches,aber wirkungsvolles Handeln.